Zusatzmaßnahmen zur Förderung der Biodiversität im Schlosspark
Nistkästen erweitern das Angebot an geeigneten Brut- und Rückzugsplätzen im Schlosspark Jever für Vögel, Fledermäuse und Wildbienen. Auch Habitatbäume, Totholz, Laub- und Komposthaufen stecken voller Leben und bieten zahlreichen weiteren Lebewesen – von Asseln über Käferlarven bis hin zu Regenwürmern – wertvollen Lebensraum. Gleichzeitig wächst dadurch das Nahrungsangebot für viele Tiere im Park.
Diese Zusatzmaßnahmen tragen so zu mehr Leben und Artenreichtum im Schlosspark bei.
Da natürliche Nistplätze wie Baumhöhlen in alten, abgestorbenen Bäumen oder geschützte Nischen an Gebäuden immer seltener werden, gewinnen Nisthilfen zunehmend an Bedeutung. Sie können diese Strukturen ersetzen und sinnvoll ergänzen und bieten Vögeln sowie anderen Tierarten geeignete Orte zum Brüten und Nisten.
Nisthilfen für Vögel:
Die Anforderungen an Nistplätze sind je nach Vogelart sehr unterschiedlich. Um das Angebot im Schlosspark und in der Umgebung zu erweitern, wurden verschiedene Nistkästen angebracht/aufgestellt:
- Nistkästen für Höhlenbrüter in den Bäumen des Parks, u.a. Blau- und Kohlmeise, Star
- Nistkästen für Mauersegler (am Schlossturm)
- Nistkasten für Schleiereulen (im Schlossturm)
Nisthilfen für Wildbienen:
Auch Wildbienen sind auf geeignete, artspezifische Brutplätze angewiesen, um ihre Brutzellen anzulegen. Im Schlosspark wurden Nisthilfen aufgestellt, die insbesondere Arten unterstützen, die ihre Brut natürlicherweise in Käferfraßgängen von morschem Holz, Totholz oder in markhaltigen, hohlen Pflanzenstängeln anlegen. (Der Großteil der Wildbienenarten, etwa 70–75 %, nistet jedoch im Boden. Ihnen kann durch die Anlage eines Sandariums gezielt geholfen werden).
Fledermaus-Quartiere:
Bei Fledermäusen ist der Mangel an geeigneten Quartieren und somit die Wohnungsnot besonders groß, da Altbäume mit passenden Baumhöhlen in unseren Gärten, Städten, Dörfern und unserer Landschaft zunehmend selten werden und immer weniger Gebäude über Nischen verfügen, in denen sie als „Untermieter“ Zuflucht finden können. Im Schlosspark dienen unterirdische Gänge wie der Mariengang als Winterquartier. Dort wurden spezielle Fledermaus-Lochsteine für die Überwinterung montiert. Für den Sommer wurden zusätzlich Fledermauskästen angebracht, die den Tieren geeignete Rückzugs- und Aufenthaltsorte bieten.
Das Anbringen und Aufstellen von Nisthilfen im eigenen Garten ist mit wenig Aufwand verbunden und bietet zugleich eine sehr gute Möglichkeit, die Tierwelt aus nächster Nähe zu erleben. Mit etwas Geduld lässt sich beobachten, wie Vögel, Fledermäuse oder Wildbienen die angebotenen Quartiere annehmen und dort ihren Nachwuchs aufziehen.
Weitere Informationen:
- Nisthilfen und Unterschlupf anbieten für Vögel, Fledermäuse, Wildbienen und Igel, Projekt Naturkieker, Jever
Abgestorbenes Holz, sogenanntes „Totholz“, gehört – ob als liegender Stamm, Astschnitt oder Wurzelstock – zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Natur. Es dient zugleich als Nahrungsquelle, Rückzugsort und Überwinterungsquartier für zahlreiche Tiere wie Igel, Erdkröten und viele weitere Arten. Darüber hinaus bietet es spezialisierten Insekten geeignete Brutplätze und und dient auch Moosen, Flechten und Pilzen als wertvoller Lebensraum.
Ein absterbender oder bereits abgestorbener Baum kann als sogenannter Habitatbaum erhalten bleiben, anstatt entfernt zu werden. In seinen Höhlen, Spalten und Rissen siedeln sich Flechten und Moose an, Käferfraßgänge werden von Wildbienen als natürliche Niströhren genutzt. Vögel finden in vorhandenen Höhlungen Brutplätze, und auch Fledermäuse nutzen solche Strukturen als Unterschlupf. Im morschen Holz lebt eine Vielzahl an Kleintieren, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für Spechte und andere Vogelarten bilden.
Mit geringem Aufwand können an einem ruhigen, wenig genutzten Platz im Garten Stammstücke, Astschnitt oder Reisighaufen abgelegt werden oder Baumstämme und -stümpfe bewusst als Gestaltungselemente platziert werden. Im Laufe des natürlichen Zersetzungsprozesses entwickeln sie sich zu wertvollen Lebensräumen für viele Tierarten und tragen in besonderer Weise zur Förderung der Artenvielfalt im Garten bei.
Weitere Informationen:
- Lebensbereich Totholz, Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung, Bonn
- Aus Totholz wird neues Leben, NABU Berlin
- Totholz - Ein Ort voller Leben!, LBV, Bayern
- Totholz für Insekten, NABU Berlin
- Erhalt von Habitatbäumen – mehr Biodiversität in der Stadt, BUND Kreisgruppe München
- Habitatbäume -eine Lebensgemeinschaft, Stadt Baden
- Habitatbäume -Lebensgrundlage für viele Arten, Stadtgrün Heidelberg, Heidelberg
- Habitatbäume in der Stadt, Stadt Aalen
- Habitatbäume kennen, schützen und fördern, Waldwissen.net, vier Forschungsinstitute: LWF Freising, BFW Wien, WSL Birmensdorf, VFA Freiburg
Aus Baum- und Strauchschnitt lässt sich hervorragend eine Benjeshecke, auch Totholz- oder Reisighecke genannt, anlegen. Dazu wird der anfallende Gehölzschnitt zwischen zwei Reihen von Pfählen aufgeschichtet. Durch diese sinnvolle Verwertungsmethode lässt sich zugleich ein wichtiger Beitrag zur Förderung der heimischen Artenvielfalt leisten:
Das Gewirr der Äste und Zweige wird von Käfern, Wildbienen, zahlreiche weiteren Insekten und Kleintieren besiedelt. Vogelarten wie Zaunkönig, Amsel, Heckenbraunelle und Zaunkönig, finden dort Nistmöglichkeiten und für den Garten nützliche Tiere, beispielsweise Igel, Reptilien wie die Zauneidechse und Amphibien wie die Erdkröte finden dort Unterschlupf.
Eine Benjes-/ Totholz-/ Reisig- Hecke ist eine hervorragende Verwertungsmethode, um durch den Kreislauf der Natur organisches Material sinnvoll im Garten zu halten und in den natürlichen Kreislauf zurückzuführen. Zugleich bereichert sie den Garten als Lebensraum für eine Vielzahl von Tierarten.
Dazu wird das Schnittgut zwischen zwei Reihen von Pfählen aufgeschichtet. Auf diese Weise entsteht eine fast zaunartige Hecke. Im Laufe des Jahres fällt die Hecke in sich zusammen, so dass sie regelmäßig wieder mit Schnittgut aufgefüllt werden kann.
Weitere Informationen:
- Totholzhecke / Benjeshecke anlegen, mein schöner Garten, Offenburg
- Benjeshecken-Bauanleitung, NABU Kreisverband Wesel, Wesel
- Bauanleitung für eine Benjeshecke, BUND Naturschutz Bayern, Regensburg
Alljährlich im Herbst werfen Bäume und Sträucher im Herbst ihr Laub ab. Nach dem Vorbild der Natur ist es sinnvoll, dieses im Park zu belassen und unter Sträucher und in die Beete zu harken oder zu Laubhaufen aufzuschichten. Die Blätter bieten eine schützende, isolierende Schicht, die zahlreichen Tieren als Winterquartier dient - darunter Insekten wie Marienkäfer, Kleintiere wie Tausendfüßer und Asseln, Amphibien wie Erdkröten und Igel.
Im Verlauf der Zeit wird das Laub von unzähligen Organismen zersetzt und zu nährstoffreichem Humus umgewandelt. Auf diese Weise verbleiben die Nährstoffe im natürlichen Kreislauf des Parks erhalten. Zugleich dienen die darin lebenden Kleintiere als wichtige, eiweißreiche Nahrungsquelle für die Vogelwelt.
Laub sollte - nach dem Vorbild der Natur - im Garten belassen werden. Dazu wird es unter Sträucher oder in die Beete geharkt oder zu Laubhaufen aufgeschichtet. Dort bildet es eine schützende, isolierende Schicht und wird zum wichtigen Winterquartier für zahlreiche Tiere, beispielsweise Insekten wie Marienkäfer, Kleintiere wie Asseln und Tausendfüßer, Amphibien wie Erdkröten sowie Igel.
Im Laufe der Zeit wird das Laub von unzähligen Organismen zersetzt und zu nährstoffreichem Humus umgewandelt. So verbleiben die Nährstoffe im natürlichen Kreislauf des Gartens. Gleichzeitig dienen die darin lebenden Kleintiere der Vogelwelt als wichtige, eiweißreiche Nahrungsquelle.
Weitere Informationen:
- Laub liegenlassen und Gutes tun, NABU Berlin
- Mehr als nur Blätter: Das verborgene Leben im Laub, Geo, Hamburg
- Naturmodul Laufhaufen, Natura-DB, Dessau-Roßlau
- Laubhaufen für Gartentiere, Naturdetektive, Bundesamt für Naturschutz, Bonn
- Anlegen eines Ast-Laubhaufens für Igel, Igelzentrum, Zürich
Bei der Kompostierung wird der natürliche Kreislauf genutzt, wie er sich beispielsweise im Wald beobachten lässt: Zweige, Äste, Blätter und andere organische Materialien werden zersetzt und durch biologische Abbauprozesse in nährstoffreichen Humus umgewandelt. Dieser kann als natürlicher Dünger und Bodenverbesserer wieder für die Pflanzen des Parks genutzt werden.
An diesem Vorgang sind zahlreiche Organismen beteiligt, darunter Pilze, Regenwürmer und verschiedene Kleintiere. Sie wiederum stehen bei etlichen Vogelarten wir Amseln, Rotkehlchen etc. als eiweißreiche Nahrungsquelle auf dem Speiseplan. Auf diese Weise trägt der Komposthaufen aktiv zur Förderung und Erhaltung der Artenvielfalt im Schlosspark bei.
Mit einem Komposthaufen wird aus Gartenabfällen und Laub nach dem Vorbild der Natur nährstoffreicher Humus. Zugleich bietet er Regenwürmern, anderen Bodenbewohnern und Kleintieren Lebensraum. Diese wiederum sind eine willkommene Nahrungsquelle für Vögel.
Um Moore als einzigartigen Lebensraum für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten sowie aufgrund ihrer außerordentlichen Bedeutung für den Klimaschutz zu erhalten, sollte unbedingt auf die Verwendung von Torf verzichtet werden.
Informationen zur Anlage eines Komposthaufens:
- So wird ein Kompost im Garten angelegt, MDR, Mitteldeutscher Rundfunk, Leipzig
- Das Gold des Gartens, So wird aus Bioabfall Kompost, NBAU Berlin
- Nachhaltig gärtnern mit Kompost und Komposterde, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau
Informationen zum Gärtnern ohne Torf:
- Gärtnern ohne Torf, BUND, Landau
- Gärtnern ohne Torf, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., Gülzow
- Moore - besonderer Lebensraum und wichtig für den Klimaschutz, NDR, Hamburg
Unsere Gärten haben durch ihre kleinräumige Vernetzung und ihren insgesamt betrachtet erheblichen Flächenanteil ein beachtliches Artenschutzpotenzial. Mit einer naturnahen Gartengestaltung können wir zum Erhalt der heimischen Biodiversität beitragen.