Pflanze der Woche

Plant un Grööntüüg van de Week

"Woran erkennt man das Ferkelkraut?", "Wie heißt die Wegwarte auf Plattdeutsch?", "Woher hat das Scharbockskraut seinen Namen?", "Welche Insekten sind am Löwenzahn zu finden?" - Unter dem Titel "Pflanze der Woche" stellen wir Ihnen von März bis August wöchentlich eine Pflanze vor, die an den Wegesrändern und in den Gärten des Landkreises Friesland blüht. In 27 Pflanzensteckbriefen erhalten Sie einen bunten Strauß wissenswerter Informationen rund um die Flora der Region.

Viel Freude beim Lesen - und dann raus in die Natur, um diese Pflanzen und die weitere Vielfalt der Flora Frieslands zu entdecken, zu erkunden und zu erleben!

Stinkender Storchschnabel, Ruprechtskraut

von Petra Walentowitz

Woche 20/2026

Wissenschaftlicher Name Geranium robertianum
Plattdeutscher Name Störksnabel, Äbarsnabel
Pflanzenfamilie Storchschnabelgewächse

Den hochdeutschen und plattdeutschen Namen verdankt die Familie der Storchschnabelgewächse ihrem länglichen Fruchtstand, der in seiner Form dem Kopf und Schnabel eines Storches ähnelt. Auch der wissenschaftliche Gattungsname nimmt Bezug auf diese Form - „geranos“ bedeutet, aus dem Griechischen übersetzt, „Kranich“. Die trichterförmigen Blüten setzen sich aus 5 farbigen Blütenkronblättern zusammen und sind außen von 5 grünen Kelchblättern umgeben. Typisch für Storchschnabelgewächse, zu denen beispielsweise die uns als Zierpflanzen bekannten Geranien gehören, ist die flaumig weiche Behaarung ihrer Blätter und Stängel. Sie enthalten das ätherische Öl „Geraniol“, das sie bei Berührung als typischen würzigenGeranien-Duft“ verströmen.

Die relativ kleinen und zarten trichterförmigen Blüten des Stinkenden Storchschnabels setzen sich aus 5 rötlich-rosafarbenen Kronblättern zusammen. Über jedes Blütenblatt ziehen sich drei weiße Linien wie helle Sonnenstrahlen zum äußeren Rand. Ihr Nektar ist bei zahlreichen Blütenbesuchern wie Hummeln, kleinen Wildbienen und Schwebfliegen begehrt.

Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich als Fruchtstände die „Storchschnäbel“ mit ihren langen, kahlen Spitzen. Nach der Reife werden die Samen durch einen Schleudermechanismus explosionsartig herausgeschleudert und meterweit verbreitet.

Die intensiv, je nach individuellem Empfinden würzig riechenden oder „stinkenden“ Blätter sind wechselständig, also versetzt am Stängel angeordnet und meistens drei- bis fünfzählig gefiedert. Das heißt, die Teilblätter, die von der Hauptrippe ausgehen, teilen sich wiederum mehrfach. Der kräftige, hohle Stängel ist gefurcht und fein behaart. Der markante Geruch und die auffällig grün bis kräftig rot gefärbten Stängel sind eindeutige Erkennungsmerkmale des „Stinkenden Storchschnabels“. Den roten Farbstoff bildet die Pflanze als Sonnenschutz.

Icon Aktuelles

Bedeutung des Stinkenden Storchschnabels für die Tierwelt:

Die Nektar produzierenden Blüten werden von Hummeln, kleinen Wildbienen und Schwebfliegen besucht.

Nektar- und Pollenpflanze für 4 Wildbienen- und 4 Schmetterlingsarten,

Raupenfutterpflanze für 1 Schmetterlingsart.

Quellennachweis zur Bedeutung des Stinkenden Storchenschnabels oder Ruprechtskrauts für die Tierwelt und weitere Informationen: NaturaDB, Wikipedia