Lebensraum Landschaftspark
Einleitende Beschreibung des Lebensraumes „Landschaftspark“:
Größe des Gartens: 30.000 m². Der Schlosspark Jever wurde ab 1828 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt, zeichnet sich also im Gegensatz zu den strengen Geometrien der Barockgärten dadurch aus, dass er an die Begebenheiten vor Ort angepasst wurde. Ziel dieses Parkkonzeptes war es, einen Park zu schaffen, der die natürliche Landschaft quasi im Miniaturformat widerspiegelt: Seine Strukturen passen sich den natürlichen Gegebenheiten an, charakteristisch sind seine ergänzt um abwechslungsreiche Strukturen aus Wasserläufen und Baum- und Strauchgruppen und Beete, Pflanzenformationen, durch die sich als charakteristisches Merkmal Wege schlängeln, die geschickt immer wieder überraschende Ausblicke bieten /Blicke freigeben. Ein Teil des ursprünglichen Baumbestandes mächtiger Rot- und Blutbuchen, Eschen, Linden und Eichen ist bis heute erhalten. Im Laufe des des 19. und 20. Jahrhunderts durch dieser durch weitere, auch nicht-heimische Arten und Exoten ergänzt, so dass heute ein vielfältiges Mosaik an Gehölzstrukturen besteht. Gegenwärtige Pflanzungen werden mit Blick auf den sich abzeichnenden Klimawandel vorgenommen.
I. Was wächst dort, wer lebt dort, wer findet hier ein Zuhause? / lebt dort?/ Ökologische Bedeutung
Die Parkanlage ist nicht nur für den Menschen der sie angelegt hat eine Bereicherung, sondern bietet durch seine Vielfalt an natürlichen Strukturen heimischen Pflanzen- und Tierarten vielfältigen Lebensraum:
Hier ein Überblick:
1. Frühblüher: Sie dienen im zeitigen Frühjahr Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle für Nektar und Pollen. und Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher angewiesen. Nektar und Pollen sorgen für den Aufbau und die Stabilisierung der Völker in einer schweren Zeit.
2. Stauden: Stauden haben einen wichtigen ökologischen Wert für die Tierwelt. Sie Das ieten bieten Insekten mit ihrem Blütenangebot Pollen und Nektar als Nahrung. Im Idealfall ein ganzjähriges Nahrungsangebot über die Dauer der gesamten Vegetationsperiode.
3. Ein Mosaik aus Rasen, Blüh- und Naturwiese:
Es ist bekannt, dass Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge Blüten als Nahrungsquelle für Pollen und Nektar benötigen. Weniger bekannt ist, dass viele Wildbienenarten spezialisiert sind auf Pollen ganz bestimmter Blüten. Häufig zählen diese für uns zu den "Allerweltsarten", dadurch finden sie wenig Beachtung finden. So ist zum Beispiel die Hahnenfuß-Scherenbiene auf die Blüten des Hahnenfußes (Butterblume) angewiesen, die Weiden-Sand-Biene kann ausschließlich von Blüten der Weidenkätzchen als Nahrungsquelle leben und die Löcherbiene benötigt Korbblüten, von deren flachen Blütenkörben sie Pollen mit kleinen unter ihrem Hinterleib befindlichen Bürstenhärchen aufnehmen kann..
Auch der Schmetterlingsnachwuchs ist auf heimische Pflanzen angewiesen, die häufig als eher unscheinbar oder sogar als lästig empfunden werden. So ernähren sich die Raupen des Kleinen Fuchses, Admirals und Tagpfauenauges ausschließlich von der Brennnessel. Andere Arten benötigen z.B. das Wiesenschaumkraut die Knoblauchrauke oder Wegerichgewächse. Wenn diese Pflanzen im Park und im Umland wachsen, können sich die Raupen entwickeln und kann somit im kommenden Frühjahr die nächste Schmetterlingsgeneration umherflattern und die Art langfristig fortbestehen.
Viele weitere Bewohner sind auf diesen "Inseln der Artenvielfalt" zu beobachten: Distelfinken, Grünfinken und Spatzen naschen an den Samenstände des Löwenzahns, Grashüpfer hüpfen in großen Sprüngen über das Gewirr der Gräser hinweg, winzige grüne Zikaden versuchen es ihnen gleichzutun, Hummeln brummen von einer Blüte zur nächsten, Honigbienen und Wildbienen sind zu entdecken, verschiedene Raupen verschiedener Schmetterlingsarten tun sich an den Pflanzen gütlich, Ameisen klettern fleißig durch den Gräserwald, eine Freude wiederum für den Grünspecht, der sie gerne als "Snack" verspeist und später im Jahr schimmern Spinnennetze im Morgentau… - Ein Flecken Wiese oder eine "wilde Ecke" entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine eigene kleine Lebenswelt, in der es immer wieder etwas Neues und Spannendes zu entdecken gibt. Wichtig: Abschnittsweise Mahd, den Winter über Bereiche stehen lassen
4. Bäume, Sträucher, Gehölze:
Im Park finden sich Bäume verschiedenen Alters zwischen xx und xx Jahren.
- Sie spenden im Sommer Schatten und kühlen ihre Umgebung an heißen Sommertagen zusätzlich durch ihre Verdunstung. Der Temperaturunterschied ist beachtlich, Berechnungen einer niederländischen Studie zufolge entspricht die Leistung eines ausgewachsenen Baumes als natürliche "Outdoor-Klima-Anlage" der Leistung von 10 Klimaanlagen.
- Die Wurzeln der Bäume lockern den Boden auf. Dieses offenporige System aus Boden und Wurzeln kann Wasser aufnehmen und wie in einem Schwamm speichern, es reguliert somit den Wasserhaushalt. Bei starken Regengüssen werden die Regentropfen zunächst durch die Blätter abgebremst, gelangen dann auf den Boden und können in die offenporigen Bodenschichten einsickern.
- Die im Herbst herunterfallenden Blätter werden von Kleintieren zersetzt und von Regenwürmen in die Erde gezogen. So entwickelt sich eine nährstoffreiche Humusschicht, die CO2 bindet und den Boden auflockert. Die Schar der Kleintiere und Regenwürmer dient der Vogelwelt insbesondere im Winter als eiweißreiches Vogelfutter.
- Ein Baum nimmt, ohne dass wir es wahrnehmen, CO2 aus der Luft auf und bindet es in seinen Blättern, Ästen, dem Stamm und in seinem Wurzelwerk. Er leistet somit einen Betrag zum Klimaschutz. Dabei setzt er gleichzeitig den für uns unverzichtbaren Sauerstoff frei. Die Vielzahl seiner Blätter sorgt zudem dafür, dass die Luft von Staub gereinigt wird.
- Für die Tierwelt ist jeder Baum ein eigenes Biotop von unschätzbarem Wert: Unzählige Kleintiere, Insekten und Vögel leben in seinem Geäst, am Stamm, im Bereich seiner Wurzeln und natürlich von seinen Blättern und Blüten. Jeder Baum bildet einen Mosaikstein im Netzwerk der natürlichen Strukturen des Parks und trägt somit zum Erhalt der Biodiversität bei. Hinweis Koloniebrüter Saatkrähe, Live-Kamera
- Einen Baum lässt die Jahreszeiten erleben .Er verwöhnt die Sinne, indem er seine typischen Baumdüfte verströmt, die Geräuschkulisse um das Rascheln des Windes in den Blättern bereichert und natürlich die des Vogelgezwitschers. Ein Baum verleiht dem Garten seinen eigenen Charakter.
Ein Baum entwickelt sich im Laufe seines Lebens zu einer Rohstoffquelle, die quasi kostenfrei heranwächst: Jahr für Jahr bildet er fortlaufend Holz, das in der Zukunft entweder als Bauholz oder Brennholz verwendet werden kann.
- Altholz, verrottende Stämme von Altbäumen, Zweige und Äste der Gehölze entwickelt sich zu einem Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren, beispielsweise holzzersetzende Insekten und Kleintiere. Diese dienen wiederum beispielsweise der Vogelwelt als Futterquelle. Im Winter Quartier für Marienkäferlarven Erdkröten und Igel.
- Sträucher, quasi die "kleinen Geschwister" der Bäume ergänzen die Baumstandorte, indem sie eine eigene Strauchschicht bilden und somit den Garten um zusätzliche Strukturen bereichern. Früchtetragende Sträucher liefern willkommenes Futter für Vögel, helfen ihnen, durch die kalte Jahreszeit zu kommen und sind beliebte Nistplätze. Durch ihre gute Schnittverträglichkeit können Sträucher zudem individuell an die Gestaltung des Parks angepasst werden, beispielsweise auch als Hecke.
5. Graft/Wasserangebote
- Lebensraum Stillgewässer
Die den Park umgebende Graft bietet als Stillgewässer einer Vielzahl wasserbewohnender Tier- und Pflanzenarten Lebensraum und dient den weiteren Tieren des Parks als Wasserquelle zum trinken.
Im und am Gewässer im Park heimisch sind:
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Wasserbewohende Insekten und Kleintiere beispielsweise Libellen, deren Larven, Wasserwanzen, Gelbrandkäfer, etc.
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Fische wie
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Grasfrösche, Kröten,
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Stock-Enten, Teichhühner/Blässhuhn
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Der Eisvogel, der am Ufer in einer Höhlengang brütet und denen Fische als Nahrung dienen
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Fledermäuse, die Insekten über und von der Wasseroberfläche naschen.
6. Unterirdischer Gang eines ehemaligen Entwässerungssystems
Fledermäuse nutzen Höhlen, Felsspalten, Baumhöhlen, Dachböden, Mauernischen oder unterirdische Gänge als Unterschlupf, Kinderstube und als Überwinterungsquartier.
Folgende Arten überwintern im unterirdischen Gängen des Schlossparks, indem sie kopfüber hängend die Flughaut um sich legen, umd Wärme zu specihern und energie zu sparen. Während der Sommermonate fressen sie sich Fettreserven an, um die kalten Monate zu überleben.
7. Mauernischen / Torbogen
Auch unbelebte Strutkuren wie Mauernischen werden besiedelt. So sind Zymbelkraut, die Mauerraute, und der Hirschzungenfarn an verschiedenen Mauerstellen zu finden. Vögel wie die Rauschschwalben bauen ihre Nester unter dem Torbogen. Ihr Brutgeschäft kann live verfolgt werden unter folgendem Link.
8. Pflasterfugen: Bodenlebende Solitär-Wildbienen, Solitärwespen, Ameisen etc.
Pflasterfugen und offenen Sandflächen sind insbesondere für Wildbienen von großer Bedeutung: Rund drei Viertel unserer nestbauenden Wildbienenarten nisten im Erdboden, legen für ihren Nachwuchs unterirdische Gänge an, die sie mit Pollen füllen, in die sie dann die Eier legen. In den Pflasterfugen und in offenen Sandstellen finden sie geeignte Nistmöglichkeiten für Bodennester.
9. Nisthilfen
- für Schleiereulen
- für Singvögel: Welche Nisthilfen, wie viele, welcher Bruterfolg? Wichtig: Insekten-Nahrung für die Küken!
- für Mauersegler
- für Wildbienen
10. Honigbienen