Beispiel angesäter Ackerrandstreifen

"Wenn ich eine Blühfläche anlege, möchte ich, dass viele unterschiedliche Arten blühen und auch noch im September/Oktober. Das finden auch die Menschen gut, die hier vorbei fahren oder laufen. Und das Image der Landwirtschaft profitiert."

Wilke Luers
Bockhorn

Blüten besuchende Insekten wie Bienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen etc. sind drastisch rückläufig, weil immer weniger Nahrung und Lebensraum zur Verfügung stehen. Zu hoher Flächenverbrauch, Verlust von ökologischen Nischen, Vergrasung von Wegrändern, Gestaltung pflegeleichter Gärten und die intensive Landwirtschaft sind wesentliche Ursachen. Blühflächen liefern Pollen und Nektar insbesondere im gesamten Verlauf der Vegetationsperiode Sie haben nicht nur einen hohen ökologischen Wert für bestäubende Insekten, sondern es profitieren auch andere Insektenarten, Feldvögel und Wildtiere von ihnen.

Wie geht das?

Wie geht das? - Ein konkretes Beispiel aus Bockhorn

Wilke Luers bewirtschaftet mit seiner Familie einen Milchkuhbetrieb mit 150 Kühen in Bockhorn und betreibt Ackerbau, um Maissilage für seine Tiere zu produzieren. Er ist auch aktiver Jäger und hat den Natur- und Artenschutz daher immer mit im Blick. Jedes Jahr legt er Blühflächen am Mais an, um Bestäubern und Wildtieren mehr Nahrung und Lebensraum zu schaffen. Insbesondere die Wildbienen profitieren, von den 550 in Deutschland vorkommenden Arten sind 63 % gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Er nimmt hierfür die Ammerländer Landvolkmischung mit 23 Arten, die ihm der Ammerländer Landvolkverband kostenfrei zur Verfügung stellt. „Wenn ich eine Blühfläche anlege, möchte ich, dass viele unterschiedliche Arten blühen und auch noch im September / Oktober. Das finden auch die Menschen gut, die hier vorbei fahren oder laufen und das Image der Landwirtschaft profitiert“ betont der Landwirt. In der Mischung sind auch 40 % Wildarten wie zum Beispiel Kornblume, Klatschmohn, Kamille, Kornrade und Wilde Malve enthalten. Viele Wildbestäuber sind spezialisiert auf einzelne Arten oder Pflanzenfamilien, sodass durch die Vielzahl der Arten auch ein breites Spektrum an Bestäubern profitiert. Diese benötigen aber auch Nisthabitate wie Sandhaufen und offene Bodenflächen, denn 2/3 der Wildbienen nisten im Boden. Wilke Luers schafft daher in unmittelbarer Nähe Streifen mit offenem Boden, indem er nicht bis zum Rand den Mais legt. Hier können sich dann auch wieder Pflanzen aus dem natürlichen Samenpool des Bodens entwickeln.

Für die Anlage von ein- oder überjährigen Blühflächen eignen sich zum Beispiel ertragsärmere Rand-, Teil- oder Keilstücke auf Maisflächen. Der Lohnunternehmer Enno Brunken sät die Blühmischung bei den Landwirten ein, die die Fläche ohnehin für das Mais legen im April/Mai vorbereiten, so dass maschineller und finanzieller Extraaufwand wegfällt und lediglich ein Ertragsverlust auf diesen Flächen kompensiert werden muss. Das Saatgut und die Aussaat übernimmt der Ammerländer Landvolkverband. Der ökologische Wert der Maßnahme wird gesteigert, wenn die Fläche mindestens 6 besser 15 Meter breit ist und über Winter stehenbleibt, da sie Rückzugsraum für Wild bietet und einige Wildbienen und Bestäuber auch in den Stengeln nisten. Besonders wertvoll sind auch mehrjährige Blühflächen, die jedoch oft einen Pflegeaufwand benötigen, um sie erfolgreich zu etablieren.

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