Lebensraum Beet

Die üppige Blütenpracht und die abwechslungsreiche Bepflanzung der punktuell angelegten Beete und Rabatte ziehen im Schlosspark sofort die Aufmerksamkeit auf sich, da sie sich deutlich von der übrigen Parkanlage abheben. Zierstauden, niedrig wachsende Rosen und Zwerggehölze sowie einjährige Sommerblumen und Frühblüher blühen darin um die Wette und präsentieren ein farbenfrohes Bild.

Sie sorgen für Abwechslung in Farbe und Form und bieten zugleich einen ökologischen Mehrwert. Denn die verschiedenen Blüten bieten Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und weitere Insekten, schaffen Mikrohabitate für bodenlebende Kleintiere und tragen durch ihre Bodenbedeckung zudem zur Feuchtigkeits- und Temperaturregulation bei.

So verbinden die Beete auf harmonische Weise ästhetische Gestaltung mit ökologischer Funktion und bereichern die Biodiversität im Schlosspark.

Wer lebt denn hier? Pflanzen und Tiere der Beete zum Entdecken

Fünf runde Beete im östlichen Bereich des Schlossparks bieten mit ihrem Blütenreichtum Insekten und Kleintieren wertvolle Nahrungsquellen sowie Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten. Im Winter dienen die Samenstände der abgeblühten Pflanzen zudem als wichtige Nahrungsquelle für Vögel.

 

Pflanzen der Beete

Zwei Beete mit jährlich wechselnden Bepflanzungen aus Sommerblumen und Zwiebelpflanzen:

  • Petunie
  • Agaratum
  • Gauklerblume
  • Salbei
  • Malve
  • Fuchsie
  • Verbene
  • Kokardenblume
  • Sonnenhut (Rudbeckia)
  • Vanilleblume (Heliotop)
  • Grasnelke
  • Mädchenauge
  • Narzisse
  • Tulpe
  • Kaiserkrone
  • Traubenhyazinthe
  • Hyazinthe

Ein Beet mit einer Bepflanzung aus Beetrosen und Eisenkraut

Zwei Beete mit Bepflanzungen aus Stauden und Zwiebelpflanzen:

  • Aster
  • Glockenblume
  • Astilbe
  • Akelei
  • Wiesenraute
  • Nachtkerze
  • Steinsame
  • Ehrenpreis
  • Pfingstrose
  • Wollziest
  • Sonnenhut (Rudbeckia)
  • Trollblume
  • Johanniskraut
  • Taglilie
  • Kaiserkrone
  • Türkenbund-Lilie
  • Tulpe
  • Narzisse
  • Zierlauch
  • Traubenhyazinthe

Staudensäume entlang der Wege:

  • Funkie
  • Storchenschnabel
  • Sterndolde
  • Hortensie
  • Glockenblume
  • Schlüsselblume
  • Herbstanemone
  • Gedenkemein
  • Astilbe
  • Pfingstrose
  • Waldsteinie
  • Maiglöckchen
  • Zierlauch

 

Insekten und Kleintiere

Blütenbesuchende Insekten:

  • Hummeln
  • weitere Wildbienen
  • Honigbienen
  • Schwebfliegen
  • Schmetterlinge (Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral, Zitronenfalter, Taubenschwänzchen, Bläulinge, Kleiner Feuerfalter, Landkärtchen)

Kleintiere:

  • Kellerasseln
  • Regenwürmer
  • Schnurfüßer etc.

 

Lust mitzumachen und ein Staudenbeet anzulegen?  

Nicht nur Insekten und Kleintiere finden in den Blüten und unter dem Blätterdach der Stauden Nahrung, Unterschlupf und Nistplätze. Auch die Vogelwelt profitiert davon, da sie dort im Sommer Insekten, deren Larven und Kleintiere als eiweißreiche Nahrung und im Winter die Samen der ausgeblühten Samenstände als Winterfutter vorfindet.

Der farbenfrohe und duftende Blütenflor eines Staudenbeetes ist eine wohltuende Bereicherung für die Sinne. Auch lassen sich viele spannende Beobachtungen seiner Besucher und Bewohner machen: Ob eine Wildbiene, die summend ihr Pollenpaket davonträgt, ein Schmetterling, der mit seinem langen Saugrüssel Nektar aus einem Blütenkelch saugt bis hin zu Buchfink und Amsel, die im Winter die abgestorbenen Pflanzen nach Samen und Kleintieren absuchen.

Ein weiterer Vorteil: Staudenbeete sind unkompliziert anzulegen und pflegeleicht. Stauden sind mehrjährig – sie ziehen sich im Herbst und Winter in den Boden zurück und treiben im Frühjahr wieder aus, sodass sie langfristig an ihrem Standort verbleiben können.

Bei der Sortenauswahl der Stauden und Frühblüher sollten natürliche, ungefüllte Sorten bevorzugt werden, damit die Insekten ungehindert an den Nektar und die Pollen gelangen können. Insbesondere heimische Wildstauden leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt, da viele Insekten wie Schmetterlinge auf bestimmte Pflanzen, deren Blüten und Blätter, spezialisiert und angewiesen sind.

Auch Küchenstauden wie Majoran, Zitronenmelisse oder Lavendel sind bei Insekten sehr beliebt und können gleichzeitig in der Küche verwendet werden.

Wichtig: Ausgeblühte Blütenstände und Staudenstängel den Winter stehen lassen, da beispielsweise Marienkäfer und andere Insekten in ihren verschiedenen Stadien als ausgewachsenes Insekt, als Ei, Raupe oder Puppe darin überwintern. Pflanzenstängel können im Frühling abgeschnitten und locker an einem sonnigen Platz aufgeschichtet werden, damit darin nistende Insekten an den ersten warmen Tagen herausschlüpfen können.

 

Frühblüher ergänzen das Nahrungsangebot für Insekten, da ihre Pollen und ihr Nektar im erwachenden Frühjahr ihre erste Nahrungsquelle sind.

 

Informationen, Anleitungen und Pflanzenlisten zum Anlegen eines Staudenbeetes:

Icon Aktuelles

Unsere Gärten haben durch ihre kleinräumige Vernetzung und ihren insgesamt betrachtet erheblichen Flächenanteil ein beachtliches Artenschutzpotenzial. Mit einer naturnahen Gartengestaltung können wir zum Erhalt der heimischen Biodiversität beitragen.