Der Hohlweg auf dem Zeteler Esch: Ein Weg für mehr Artenvielfalt

von Petra Walentowitz

Wer in der Gemeinde Zetel auf dem Zeteler Esch spazieren geht, der kennt sicher den markanten Hohlweg, der von der hohen Geest tief zur Marsch hinunterführt. So mancher mag sich fragen: Warum werden die Wegränder so selten gemäht? - Das hat natürlich seinen Grund:

Seit dem Frühjahr 2019 wird dort sowie auf angrenzenden Flächen auf dem Esch im Rahmen eines Gemeinschaftsprojektes der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland, der Gemeinde Zetel, Landwirten, der Jägerschaft, FlächeneigentümerInnen, des Projektes Naturkieker der Oldenburgischen Landschaft sowie Freiwilliger ein neues Pflegekonzept umgesetzt. Die Maßnahme leistet einen Beitrag zur Umsetzung der Ziele des Niedersächsischen Weges.

Ziel ist es, die ursprüngliche Flora der Wegränder auf dem Zeteler Esch zu fördern. Die Natur soll selbst entscheiden, welche Pflanzen sie dort wachsen lassen möchte. Daher wird keine gebietsfremde Saatmischung eingesät, sondern es wächst dort das, was sich von allein einstellt.

Einmal im Jahr wird der Hohlweg abschnittweise gemäht, und das Mahdgut wird abgetragen, um Nährstoffe zu reduzieren. Dadurch werden viele, oft unauffällige und kleine Blütenpflanzen gefördert, die für die Insektenvielfalt meist wichtiger sind als eingesäte, standortfremde Sonnen- oder Ringelblumen. Gemäht wird jeden Spätsommer immer nur eine Seite des Wegs, so bleibt für viele Insekten wie den Grashüpfern und Laufkäfern, die sich im August noch in großer Zahl dort aufhalten, eine große Staudenvielfalt erhalten. Es bleibt ein Großteil an Pflanzenstängeln stehen, in denen Insektenlarven überwintern können. Außerdem reifen vermehrt Gräser und Wildpflanzen aus, und einige Vogelarten – Stieglitz, Hänfling, Rebhuhn, Fasan – können so auch im Winter auf ein größeres Samenangebot zurückgreifen.

Wie entsteht ein solcher Hohlweg?
Sehr wahrscheinlich ist der Weg sehr alt. Die Vertiefung der Wegrinne durch Erosionsprozesse erfolgte vermutlich durch eine sehr lange Nutzungsdauer. Hohlwege bilden sich dort aus, wo durch den Druck durch die Wagenräder und durch die ständige Beanspruchung der Wegflächen durch Huftritte der Zugtiere (Ochsen, Pferde) die obere Bodenschicht verdichtet und der Sand durch Regen abtransportiert wird.

Textautor: Steffen Walentowitz

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