Was tun mit dem Jakobskreuzkraut?

von Petra Walentowitz

Mit dem näher rückenden Sankt-Jakobs-Tag, dem 25. Juli, beginnt auch die Hauptblütezeit des Jakobskreuzkrauts – ein Zeitpunkt, zu dem vermehrt Warnungen und Aufrufe zur Bekämpfung der Pflanze laut werden.

Dabei ist das Jakobskreuzkraut (auch Jakobs-Greiskraut genannt) keineswegs eine invasive Art, sondern eine heimische Pflanze, die zur natürlichen biologischen Vielfalt in Niedersachsen gehört. Sie dient rund 200 Insektenarten als Futterpflanze und leistet somit einen bedeutenden Beitrag zum Ökosystem.

Die Pflanze enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide, die bei Aufnahme in größeren Mengen für Tiere schädlich sein können. Besonders empfindlich reagieren Pferde, während Schafe und Ziegen weitgehend unempfindlich sind. In der Regel meiden Weidetiere die Pflanze aufgrund ihrer Bitterstoffe – es sei denn, sie sind unerfahren oder finden nicht genügend anderes Futter auf einer Fläche. Problematisch ist es, wenn das Kraut in Heu oder Silage gelangt. Denn beim Trocknen verliert die Pflanze ihren bitteren Geschmack, behält jedoch ihre Giftigkeit. So wird sie von Tieren im Futter nicht erkannt und aufgenommen. Daher ist auf eine sorgfältige Weidepflege und bei der Futtergewinnung besondere Aufmerksamkeit geboten.

Für den Menschen besteht durch bloßen Hautkontakt keine Gefahr – die enthaltenen Alkaloide entfalten ihre Wirkung nur bei Verstoffwechselung in der Leber. Dennoch gilt: Die Pflanze gehört nicht in den Salat oder Tee.

Auch können mitunter im Honig Alkaloide nachgewiesen werden – allerdings nur in sehr geringen Konzentrationen. Diese bauen sich zudem mit der Zeit ab, so dass die Werte bei gelagertem Honig nochmals sinken. Sie treten vor allem in Sommerhonigen auf, da das Jakobskreuzkraut im Frühjahr noch nicht blüht.

Das Jakobskreuzkraut breitet sich in den letzten Jahren zunehmend aus. Die Samen werden, ebenso wie beim Löwenzahn, an Schirmchen hängend, verbreitet und besiedeln als sogenannte „Störflächenbesiedler“ bevorzugt offene Bodenflächen, etwa Brachen, ehemalige Ackerflächen oder Straßenränder.

Auf Wiesen und Weiden mit einer geschlossenen Vegetationsdecke hat das Jakobskreuzkraut hingegen kaum eine Überlebenschance – es verträgt weder regelmäßige Mahd noch den Verbiss durch Weidetiere. Sollte die Pflanze dennoch auf einer Fläche wachsen, kann das manuelle Ausziehen oder eine wiederholte Mahd zur Eindämmung beitragen. Wichtig dabei: Das Mahdgut sollte abgefahren und fachgerecht entsorgt werden – zum Beispiel über ein Grünkompostwerk.

Die Sorgen von Landwirten, Pferdehaltern und Imkern sind verständlich. Ebenso haben viele vom Jakobskreuzkraut besiedelte Flächen einen hohen ökologischen Wert. Daher gilt es, einen bewussten und differenzierten Umgang mit dieser Pflanze zu finden.

 

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