Infoveranstaltung "Sternenfunkeln": Spannende Fachvorträge und Praxisbeispiele

von Petra Walentowitz

Die Akteure der Projekte "Sternenfunkeln über Friesland" und "Sternenfunkeln am Wattenmeer" luden Kommunen, Betriebe, Institutionen und BürgerInnen zu einer Informationsveranstaltung in Neuharlingersiel ein, um sich über Wege zu umweltgerechter Beleuchtung und den Schutz des Nachthimmels auszutauschen und zu zeigen, wie die Lichtverschmutzung in der Region reduziert werden kann und welche Rolle beispielsweise insbesondere Kommen als Vorbildfunktion übernehmen können.

Lichtverschmutzung hat vielfältige negative Auswirkungen auf die Tierwelt sowie auf die menschliche Gesundheit. Bei der diesjährigen Informationsveranstaltung am 24. November in Neuharlingersiel wurden die aktuellen Entwicklungen und künftige Schritte vorgestellt. Dabei präsentierte sich Neuharlingersiel als gutes Beispiel mit bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen – unter anderem bei einem Rundgang durch den Ort und den Hafen.

Die Initiative „Sternenfunkeln über Friesland“ wurde 2022 vom Landkreis Friesland, der Mobilen Umweltbildung MOBILUM sowie der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ins Leben gerufen. Ziel ist es, gemeinsam mit einem stetig wachsenden Netzwerk von PartnerInnen einen Beitrag zur Verringerung der Lichtverschmutzung zu leisten und natürliche Dunkelzonen zu bewahren. Das Netzwerk wird nun erweitert werden und soll gesamte niedersächsische Wattenmeer-Region mit einbeziehen.

Die Initiative „Sternenfunkeln über Friesland“ setzt sich seit 2022 für eine Reduzierung künstlicher Beleuchtung und den Schutz des natürlichen Nachthimmels einsetzt und weitet ihren Wirkungskreis nun aus: Im Rahmen des Interreg-Projekts DARKER SKY wird das Konzept derzeit auf die gesamte niedersächsische Wattenmeer-Region übertragen.

Im Jahr 2025 wurde in mehreren Workshops mit den Biosphären-Kommunen Sande, Jever und Cuxhaven sowie weiteren Gemeinden der Region ein Kriterienkatalog „Öffentliche Beleuchtung – Straßenbeleuchtung“ entwickelt. Diese Leitlinie soll Kommunen bei Umrüstungen und Neuinstallationen unterstützen, die sich per Ratsbeschluss als sogenannte „Sternenfunkeln-Kommunen“ dem Netzwerk anschließen möchten. Der Kriterienkatalog wird bei der Veranstaltung erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

 

  • Grußwort der Gemeinde Neuharlingersiel“, Jürgen Peters, Bürgermeister
  • „Das Projekt Sternenfunkeln“, Petra Walentowitz, Mobile Umweltbildung MOBILUM, Dr. Henrike Wiggering, Landkreis Friesland und Katrin Kirfel, Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer
  • „Problematik & Lösungsansätze: Lichtverschmutzung in der Wattenmeer-Region“, Dr. Andreas Hänel von der Fachgruppe Dark Sky
  • „Aktuelle Entwicklungen kommunaler Beleuchtung und Wege zu effizienter und umweltgerechter Lichtgestaltung – mit besonderem Fokus auf das neue Beleuchtungskonzept in Neuharlingersiel“, Lichtplaner Oliver Christen von OC Lichtplanung
  • Bei einem abschließenden Rundgang werden die vor Ort umgesetzten Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Hauptstraße und des Hafens, anschaulich präsentiert.

„Sternenfunkeln am Wattenmeer“ lädt zum Mitmachen ein: Die AkteurInnen freuen sich, wenn sich weitere Bürger*innen und Kommunen anschließen und in den Nachtstunden bewusst die Außenbeleuchtung abschalten, um den Sternenhimmel über Friesland und in der Wattenmeer-Region genießen zu können.

Interessierte Kommunen, Unternehmen, Institutionen und BürgerInnen können sich gerne an Katrin Kirfel von der Nationalparkverwaltung wenden (katrin.kirfel@nlpvw.niedersachsen.de, Tel.: 04421-911-161) oder an Petra Walentowitz MOBILUM-Mobile Umweltbildung (mobilum@friesland.de, Tel.: 0151-51440267).

Informationen zu den Projekten und Initiativen finden Sie hier:

 

 

 

Das Projekt DARKER SKY

Das Interreg Nordsee-Projekt DARKER SKY zielt darauf ab, die Lichtverschmutzung in der Nordseeregion zu reduzieren und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der dunklen ökologischen Korridore beizutragen. DARKER SKY ebnet den Weg für den Schutz der Natur durch neue Beleuchtungslösungen. Mehr Informationen finden Interessierte unter: www.interregnorthsea.eu/darker-sky

 

Das vor drei Jahren gestartete Projekt „Sternenfunkeln über Friesland“ hat zum Ziel, die künstliche Beleuchtung der natürlichen Umwelt freiwillig auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Nun kommen durch gesetzliche Vorgaben neue rechtliche Anforderungen in puncto öffentliche Außenbeleuchtung auf die Kommunen zu. Vertreter*innen der Biosphären-Kommunen und weiterer interessierter Kommunen tauschten sich hierzu in einem Workshop aus und sammelten Ideen zur Zusammenarbeit als sogenannte „Sternenfunkeln“-Kommunen.

Die Initiative „Sternenfunkeln über Friesland“ wurde im Jahr 2022 vom Landkreis Friesland, der Mobilen Umweltbildung MOBILUM sowie der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer ins Leben gerufen, um gemeinsam mit einem Netzwerk von weiteren Partner*innen einen Beitrag zur Reduzierung von Lichtverschmutzung zu leisten. In der Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes wird gefordert, dass Außenbeleuchtung so beschaffen sein muss, dass Tiere und Pflanzen wild lebender Arten vor nachteiligen Auswirkungen künstlichen Lichts geschützt sind. Das betrifft nicht nur Schutzgebiete, sondern jegliche Außenbeleuchtung, auch die im öffentlichen Raum. Die Regelungen werden in einer Rechtsverordnung konkretisiert und sich nicht nur auf Neuinstallationen, sondern auch auf Altanlagen beziehen.

Vor diesem Hintergrund hat die Nationalparkverwaltung gemeinsam mit dem Landkreis Friesland und MOBILUM am 11. Februar 2025 alle Biosphären-Kommunen und auch weitere interessierte Kommunen des Landkreises Friesland zu einem Workshop ins Rathaus Sande eingeladen, um mögliche Schritte in der Zusammenarbeit hin zu einer umweltfreundlicheren Außenbeleuchtung zu diskutieren. Zu den Teilnehmenden zählten die Biosphären-Kommunen Sande und Jever (beide Landkreis Friesland) und Cuxhaven, sowie die Gemeinden Bockhorn und Wangerooge.

Stephan Eiklenborg, Bürgermeister der Gemeinde Sande, sagte in seinen einleitenden Worten: Ich kenne kaum jemanden, der die Milchstraße am Himmel gesehen hat, weil sie durch die nächtliche Beleuchtung überstrahlt wird. Die Menge und Intensität des Lichts ist auch für viele Insekten eine Todesfalle.

Dr. Andreas Hänel von der Fachgruppe Dark Sky thematisierte in seinem Einführungsvortrag zur Reduzierung von Lichtverschmutzung die grundsätzliche Problematik, neue gesetzliche Vorgaben und Praxisbeispiele. Er betonte: „LEDs haben eine extrem hohe Leuchtdichte und können sogar für die Augen gefährlich sein.“ Die Initiative „Sternenfunkeln über Friesland“ wurde von Petra Walentowitz von „MOBILUM“ vorgestellt.

Katrin Kirfel (Nationalparkverwaltung) leitete mit Informationen zum aktuellen Stand des Interreg-Projektes DARKER SKY und geplanten Maßnahmen für 2025 in die aktive Workshop-Phase ein. Im Fokus steht dabei in diesem Jahr der Dialog zwischen den lokalen und regionalen Akteur*innen und die Umsetzung eines regionalen Aktionsplans, der neben den Kommunen u.a. auch Unternehmen einbezieht. Bei dem Workshop wurden mögliche Kriterien für Sternenfunkeln-Kommunen in der Wattenmeer-Region erarbeitet als solide Grundlage für die Aufstellung eines entsprechenden Kriterienkatalogs. Beim nächsten Workshop im Mai werden die Ergebnisse vorgestellt und vertieft. Dann sind auch weitere interessierte Kommunen eingeladen, in die Auseinandersetzung mit und Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung einzusteigen. Parallel wird ein erster Workshop für Unternehmen stattfinden.

Interessierte Kommunen und Unternehmen können sich gerne wenden an Katrin Kirfel von der Nationalparkverwaltung (katrin.kirfel@nlpvw.niedersachsen.de/ Tel.: 04421-911-161) oder Petra Walentowitz von der Mobilen Umweltbildung-MOBILUM (mobilum@friesland.de/ Tel.: 0151 51440267).

  • Mehr Informationen zur Initiative „Sternenfunkeln über Friesland“ unter https://www.friesland.de/sternenfunkeln. Dort können auch Erfahrungen, Ideen und Anregungen mitgeteilt werden.
  • Das Interreg Nordsee-Projekt DARKER SKY zielt darauf ab, die Lichtverschmutzung in der Nordseeregion zu reduzieren und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und der dunklen ökologischen Korridore beizutragen. DARKER SKY ebnet den Weg für den Schutz der Natur durch neue Beleuchtungslösungen. Mehr Informationen finden Interessierte unter: https://www.interregnorthsea.eu/darker-sky

Im Rahmen eines Workshops unter Leitung der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer, des Landkreises Friesland und MOBILUM-Mobile Umweltbildung wurden Kriterien zur Zusammenarbeit als Sternenfunkeln-Kommunen in der Wattenmeer-Region diskutiert. (Foto: Mobilum)

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